Kinofilm Musik & TV — 29 Januar 2012

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Taxi Driver – ein Meilenstein des Kinos

„Redest du mit mir? Du laberst mich an?“ – ein Zitat aus Taxi Driver, einer der bedeutensten Filme der Geschichte – in der Hauptrolle ein wahnsinnig beeindruckend spielender junger Robert De Niro.
Der von Regisseurlegende Martin Scorsese 1976 gedrehte Film erhielte zahlreiche Preise, unter anderem die Goldene Palme von Cannes. In vier Kategorien wurde er für den Oscar nominiert, selbstverständlich auch für den besten Hauptdarsteller:  Robert De Niro.

Erzählt wird die Geschichte des Vietnamveterans Travis Bickle, einem unter Schlafstörungen leidenden 26 jährigen Mann. Damit ihn dieses Problem nicht (noch) wahnsinnig(er) macht, sucht er sich einen Job als Taxifahrer.
Aufgrund seiner Schlafstörungen fährt er vorwiegend die unbeliebten Nachtschichten bis in die dunkelsten Ecken der Stadt.

Oftmals erwähnt Travis, dass ihn diese Orte nicht stören, aber mindestens genauso oft erläutert er seinen grenzenlosen Ekel: 

„Wenn es dunkel wird, taucht das Gesindel auf: Huren, Betrüger, Amateurnutten, Sodomiten, Trinen, Schwuchteln, Drogensüchtige, Fixer, kaputte Syphkranke. Ich hoffe, eines Tages wird ein großer Regen diesen ganzen Abschaum von der Straße spülen.”

In seiner Freizeit besucht er Pornokinos oder fährt ziellos umher. Er sinniert pausenlos über den „menschlichen Abschaum“ auf New Yorks Straßen, der sich beseitigt gehört.
Travis umwirbt die Wahlkampfhelferin Betsy (Cybill Shepherd), die für den Senator und designierten Präsidentschaftskandidaten Palantine arbeitet. Betsy willigt ein, mit Travis ins Kino zu gehen. Als der Film beginnt und sie feststellt, dass Travis einen Pornofilm ausgesucht hat, verlässt Betsy empört das Kino und will nichts mehr von Travis wissen.
Eines Tages steigt ein kleines Mädchen (Jodie Foster) , welches offensichtlich vom Babystrich ist,  zu ihm ins Taxi, und fordert ihn auf sofort wegzufahren. Travis ist perplex und bleibt stehen. Ihr Zuhälter folgt ihr und zieht sie wieder aus dem Taxi.
Es handelt sich um die zwölfjährige Iris, die den Beschützerinstinkt in Travis weckt. Er will sie aus der Prostitution holen. Sie allerdings will von seinem Vorhaben nichts wissen: Sie sei bei ihrem Fluchtversuch zugedröhnt gewesen, ihr Zuhälter – mit Spitznamen Sport (Harvey Keitel) – liebe sie und behandele sie gut.

Zunehmend geht es bergab mit Travis´ psychischer Verfassung. Auf dem Schwarzmarkt kauft er sich 4 Handfeuerwaffen, er beginnt zu trainieren und isoliert sich weiter von seiner Umwelt.
Er verbrennt die Blumen, die Betsy zurückschicken lies und die ihm „Kopfweh verschafften“.
Ab da werden die Pläne für seinen eigenen Rachefeldzug konkreter.
Mit einem Irokesenschnitt und in Armeeklamotten taucht er auf einer Wahlkampfveranstaltung von Palantine auf, als er vom Sicherheitsdienst erkannt wird, flüchtet er.
Kurz darauf fährt er zu dem Stundenhotel, in dem Iris für Sport anschafft, dort eskaliert die Situation und findet ihren blutigen Höhepunkt.

Beeindruckend ist der Film besonders für seine schauspielerische Leistung, zum einen die von Robert De Niro, der in langen Monologen die Kriminalität und den Sittenverfall in den Straßen New Yorks beschreibt und die Darstellung der stetigen Auflösung seiner Psyche.
Zum anderen ist die schauspielerische Leistung der 12- Jährigen Jodie Foster grandios. Sie spielt ein naives Mädchen, das von einem kriminellen Zuhälter zur Prostitution gezwungen wird,  sie sieht in ihm allerdings die große Liebe.
Travis Bickle lebt in einer Zeit, die durch Vietnamkrieg, Studentenrevolten, Kriminalität und der Watergate- Affäre geprägt sind. Diese Zustände bringen ihn zu seiner rasenden Wut, die schließlich in einem brutalen Blutbad endet.

 

„Mit kühler Eindringlichkeit und analytischer Präzision schildert der ungemein dichte Film die psychischen Deformationen seines Helden. Zugleich verdeutlicht er, dass der Ausbruch individueller Gewalt mit einem allgemeinen Klima latenter Brutalität und Abstumpfung korrespondiert. Ein Thriller, der intensive Wirklichkeitsbeobachtung mit den mythischen Qualitäten des traditionellen Genrefilms verbindet.“
– Lexikon des internationalen Films

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Phil

Musik, Film und Fotografie. Das sind die drei Zweige der Kunst, die mich schon immer begeisterten, faszinierten und immer wieder aufs Neue in ihren Bann zogen. Dementsprechend bin ich hier hauptsächlich für Musik und Film zuständig. Lest, bewertet und kommentiert meine Beiträge :) Danke, euer Phil "I do it mine I walk the line"

(1) Reader Comment

  1. Ein wirklich gelungener Arikel der “Hunger auf mehr” macht ! Das großartige, was ich gerne zu diesem Film loslassen möchte ist, dass man in dem Film nicht genau erfährt wer “Travis” eigentlich ist..

    Ich denke auch das war Scorsese’s Absicht. Er erzählt nicht die Geschichte vom Vietnamkrieg, sondern die, was der Krieg eigentlich aus einem machen kann..

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